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Wirtschaftliche Nachhaltigkeit
Die Wettbewerbsfähigkeit von PVC-Herstellern wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören:
. Größe
des Unternehmens und Produktionskapazität des Herstellers
Der europäische PVC-Markt ist durch eine große Zahl relativ kleiner PVC-Hersteller gekennzeichnet; nur
zwei Hersteller verfügen über Anlagen zur Produktion von über einer Million Tonnen PVC. In der europäischen
Industrie wird deshalb intensiv über die Notwendigkeit von weiteren Rationalisierungsmaßnahmen gesprochen
mit dem Ziel, eine nachhaltigere Industriestruktur zu entwickeln.
. Größe
und Ausstattung der Produktionsanlagen
Die Auswertung von Wirtschaftsdaten führt zu dem Schluss, dass die europäische PVC-Industrie hinsichtlich
Größe und Ausstattung der Anlagen das Optimum noch nicht erreicht hat.
. Gesetzliche
Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf die Kosten
Eine gegen ein einzelnes Material oder Produkt gerichtete Gesetzgebung kann dazu führen, dass dieses Material
oder Produkt nicht mehr wettbewerbsfähig ist. In der Regel wandern Unternehmen in diesem Fall in Regionen
mit einer niedrigeren Kostenstruktur ab.
Darüber hinaus kann die Wettbewerbsfähigkeit von PVC-Produkten im Vergleich zu alternativen Produkten
von weiteren Faktoren beeinflusst werden:
. Das
Kosten-/Leistungsverhältnis im Vergleich zu Konkurrenzprodukten
Zum Vergleich der Kosten von PVC-Produkten mit den Kosten alternativer Materialien wurden mehrere Studien durchgeführt.
Die 1999 erstellte Prognos-Studie "PVC in ausgewählten Produktsystemen - ein Beitrag zur Nachhaltigkeitsdiskussion"
zeigt, dass PVC-Produkte für Kabel, Verpackungen, Rohre und Fenster unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten
im Vergleich zu Alternativprodukten gut abschneiden. Ein Gutachten der Gesellschaft für umfassende Analysen
GmbH (GUA) aus dem Jahr 2000 zeigt die höhere Wirtschaftlichkeit von Bau- und Medizinprodukten aus PVC im
Vergleich zu anderen Materialien.
Eine der umfangreichsten Studien der letzten Zeit wurde vom britischen Energieministerium in Auftrag gegeben und
im März 2003 veröffentlicht. In der Studie wurden PVC-Fußbodenbeläge und Linoleum, PVC-Fenster
und Holz, PVC-Regenwasserrohre und Aluminium sowie thermogeformte PVC-Verpackungen und Polystyrol unter den Aspekten
Ökologie und Lebenszyklus sowie Wirtschaftlichkeit miteinander verglichen. Hierbei wurden interne und externe
Kostenfaktoren berechnet, um vergleichbare Gesamtkosten zu erhalten. Laut Studie erwies sich PVC unter dem Aspekt
von Ökologie und Lebenszyklus " ... für einige, aber nicht für alle Anwendungen als das beste
Material, auch wenn es nur geringfügige Unterschiede gab". Unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit scheinen
" ... die Lebenszyklen von PVC-Produkten wesentlich kostengünstiger zu sein als äquivalente Produkte
aus alternativen Materialien".
. Rohstoffpreise
Zur Herstellung von PVC werden, wie bei anderen Thermokunststoffen auch, Rohstoffe auf Kohlenwasserstoffbasis benötigt,
die den Unwägbarkeiten der Kohlenwasserstoff-Märkte ausgesetzt sind. Die Auswirkungen der Preisschwankungen
in diesem Rohstoffbereich auf die PVC-Preise sind jedoch weniger ausgeprägt als bei anderen Thermokunststoffen,
weil der Kohlenwasserstoffgehalt von PVC weniger als die Hälfte des Molekulargewichts ausmacht.
. Angebot
und Nachfrage
Übersteigt die Nachfrage die angebotene Produktmenge, können die Hersteller eine größere Handelsspanne
erwirtschaften; langfristig werden Angebot und Nachfrage aber ausgeglichen sein.
. Innovationspotenzial
Dies ist nicht nur für die Entwicklung neuer Produkte, sondern auch zur Effizienzsteigerung und folglich zur
Kostenreduzierung bei Herstellung und Verarbeitung der Produkte von erheblicher Bedeutung. Zum Beispiel wird für
die Herstellung von PVC-Plastisolen für die Unterbodenversiegelung von Autos heute 25 Prozent weniger Material
als früher benötigt, und die erforderliche Herstellungstemperatur konnte ebenfalls um 30 Prozent gesenkt
werden. Dank dieser Effizienzsteigerung konnte PVC seine Position in diesem Anwendungsbereich behaupten.
Soziale Nachhaltigkeit
Bereits in den frühen 70er Jahren wurden Probleme mit der Gesundheit am Arbeitsplatz, die in der PVC-Industrie
auf Grund längeren Kontakts der Arbeiter mit VCM entstanden waren, gelöst. Heute bietet die PVC-Industrie
ihren meist gut ausgebildeten und gut bezahlten Mitarbeitern ein solch sicheres Umfeld, dass sie an ihrem Arbeitsplatz
sicherer sind als zu Hause oder auf dem Weg zur Arbeit.
Da PVC-Produkte kostengünstig sind, hat ein größerer Teil der Bevölkerung Zugang zu vielen
für das tägliche Leben wichtigen Produkten. Dies ist insbesondere im Bereich Gesundheit, Trinkwasserversorgung
und Schutz der Bevölkerung, unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten, wichtig.
Für PVC gibt es viele Anwendungsbereiche, weil es langlebig und wartungsarm ist. Besonders gute Beispiele
hierfür sind PVC-Fenster und -Rohre. Dies bringt erhebliche gesellschaftliche Vorteile mit sich, nicht nur
weil die Eigentümer der Produkte mehr Freizeit haben, sondern auch weil viele Risiken durch den Wegfall von
zum Teil gefährlichen Wartungsarbeiten - etwa das Balancieren auf einer Leiter, um einen Fensterrahmen zu
streichen - drastisch reduziert werden.
Ökologische Nachhaltigkeit
In Bezug auf wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit schneiden PVC-Produkte, wie gezeigt, relativ gut ab. Dies
wird auch ein Grund dafür sein, warum der PVC-Markt trotz dauernder Angriffe von Umweltschutzorganisationen
stetig gewachsen ist. Die Industrie muss daher alle Vorteile von PVC-Produkten in Bezug auf ihre wirtschaftliche
und soziale Nachhaltigkeit weiter ausbauen.
Die ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeit stellen für die PVC-Industrie sicherlich die schwierigste
Herausforderung dar, denn Umweltschützer und Politiker, motiviert durch das, was sie als öffentliche
Unterstützung wahrnehmen, konzentrieren sich genau auf diese Aspekte.
Mit dem Ziel, sich umfassend mit den Herausforderungen ökologischer Nachhaltigkeit auseinander zu setzen,
hat sich die PVC-Industrie an mehreren Studien beteiligt. Die neueste Studie mit dem Titel "Bewertung der
Nachhaltigkeit von PVC unter Verwendung des Natural Step Framework" wurde mit der Unterstützung der UK
Environment Agency im Juli 2000 erstellt und veröffentlicht und kann unter www.naturalstep.org.uk abgerufen
werden.
Auf der Grundlage von wissenschaftlich begründeten Nachhaltigkeitsprinzipien werden im "The Natural Step
Framework" (TNS) langfristige Kriterien und Ziele definiert, welche die Industrie zur Erreichung ökologischer
Nachhaltigkeit erfüllen muss.
Der Beauftragte der britischen Regierung für nachhaltige Entwicklung, Jonathon Porritt, war Vorsitzender des
Lenkungsausschusses, dem die britischen PVC-Hersteller INEOS Vinyls und Hydro Polymers sowie eine Gruppe führender
Vertreter des britischen Einzelhandels angehörten. In seinen einführenden Bemerkungen zur Studie weist
Porritt darauf hin, dass die für PVC definierten Kriterien " ... sich kaum von den Kriterien unterscheiden,
die für alle Kunststoffe gelten". Er führt weiter aus, dass für die verschiedenen Kunststoffe
der gleiche Maßstab angelegt werden müsse:
"Es ist wenig zweckdienlich, den Verzicht
auf PVC zu fordern, ohne vorher die Nachhaltigkeit von Ersatzprodukten zu beurteilen. In einer wirklich nachhaltigen
Zukunft mag es durchaus so sein, dass PVC dort keinen Platz mehr hat (dies hängt davon ab, ob es die in der
Studie definierten Kriterien erfüllen kann). Die gleiche Frage muss aber auch für alle Materialien, synthetische
und natürliche gleichermaßen, gestellt werden, bevor man voreilig willkürliche und unwissenschaftliche
Schlussfolgerungen zieht."
Das von der Europäischen Kommission im Jahr 2000 veröffentlichte "Grünbuch zu PVC" verweist
auf die wesentlichen Themenbereiche, mit denen sich die PVC-Industrie im Sinne einer ökologischen Nachhaltigkeit
beschäftigen muss. Besonders herausgehoben werden
. Additive,
insbesondere Cadmium, bleihaltige Stabilisatoren und Phthalatweichmacher, sowie die
. Abfallwirtschaft,
da die PVC-Entsorgung auf Deponien oder in thermischen Anlagen als nicht optimal und das Recycling als zu begrenzt
angesehen werden.
In Bezug auf Ökologie und Nachhaltigkeit müssen diese wichtigen, im Grünbuch angesprochenen Fragen
für die PVC-Industrie Priorität haben. Dies steht auch im Einklang mit den Anforderungen an die ökologische
Nachhaltigkeit von PVC, wie sie in der Prognos-Studie (1999) und in der Studie von "The Natural Step"
(2000) beschrieben werden.
Alle verantwortungsbewussten Unternehmen verfügen über Programme zur Verbesserung ihrer individuellen
ökologischen Nachhaltigkeit, und INEOS Vinyls bildet hier keine Ausnahme (siehe nächster Abschnitt "Nachhaltige
Entwicklung für INEOS Vinyls"). Einzelne Organisationen sind jedoch nicht in der Lage, die wesentlichen Herausforderungen
ökologischer Nachhaltigkeit alleine zu bewältigen, da die kritischen Punkte entlang der gesamten Logistikkette
und des ganzen Lebenszyklus der Produkte einschließlich der Entsorgung angesiedelt sind. Eine Zusammenarbeit
der verschiedenen betroffenen Organisationen ist daher unerlässlich.
Im Jahr 2000 startete die PVC-Industrie in Europa die Initiative "Vinyl 2010", die sich mit der Herausforderung
ökologischer Nachhaltigkeit befasst. Die europäischen Industrieverbände ECVM (European Council of
Vinyl Manufacturers), ESPA (European Stabiliser Producers Association), EuPC (European Plastics Converters) und
ECPI (European Council for Plasticisers and Intermediates) haben ihre Ressourcen und ihr Know-how zusammengelegt,
um die Branche möglichst weit auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft voran zu bringen. Die im Rahmen der
Initiative Vinyl 2010 eingegangenen freiwilligen Verpflichtungen dienen drei Zielen:
. Minimierung
der Risiken für die Umwelt und die Gesundheit des Menschen
. Maximierung
der Recycling- und Rückgewinnungsquote für PVC-Produkte
. Umsetzung
gesellschaftlich verantwortungsbewusster Praktiken.
Diese Ziele zeigen, dass die PVC-Industrie insgesamt die ökologischen Herausforderungen nicht isoliert betrachtet,
sondern im Zusammenhang mit der Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeit von PVC-Produkten
angeht.
Die jährlichen Fortschrittsberichte der Initiative Vinyl 2010 werden von Det Norske Veritas (DNV), einer eigenständigen
und unabhängigen Organisation, die sich auf Risikomanagement, Beratung und Audits spezialisiert hat, geprüft.
Der Fortschrittsbericht und weitere Informationen zu Vinyl 2010 können unter www.vinyl2010.com
abgerufen werden.
Es wurde ein Kontrollausschuss zur Überwachung
des Fortschritts bei den freiwilligen Verpflichtungen gegründet, dessen Mitglieder Vertreter der Direktorate
Umwelt und Unternehmen der Europäischen Kommission, des Europaparlaments sowie der Gewerkschaften und Hochschulen
sind.
Weil die Branche nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied, ist jeder in der Branche dazu aufgerufen, seinen
Beitrag zur Sicherung einer nachhaltigen Zukunft für die PVC-Industrie zu leisten.
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INEOS Vinyls und nachhaltige Entwicklung
INEOS Vinyls hat sich zum Ziel gesetzt, ein wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltiges Unternehmen aufzubauen.
Die unablässige Suche nach Verbesserungen, effizienteren Verarbeitungstechniken, kostengünstigerer Produktion,
sichereren Arbeitsbedingungen und Produkten, die genau den Anforderungen der Kunden entsprechen, sind Kennzeichen
des Unternehmens. Im folgenden Abschnitt werden der Ansatz und die Fortschritte von INEOS Vinyls in Bezug auf sozial und
ökologisch nachhaltige Entwicklung zusammengefasst.
INEOS Vinyls und sozial nachhaltige Entwicklung
Sicherheit am Arbeitsplatz und die Gesundheit der Mitarbeiter sind für INEOS Vinyls von größter Bedeutung.
2002 führte INEOS Vinyls eine Charta zu Sicherheit, Gesundheit und Umwelt (SHE) ein.
"Diese Charta ist das Fundament, auf dem wir in den Bereichen Sicherheit, Gesundheit und Umwelt Spitzenleistungen
erbringen und aufrechterhalten, was meines Erachtens grundlegend für den Erfolg von INEOS Vinyls ist.
Das Führungsteam engagiert sich hundertprozentig für die Einhaltung der Charta, und wir erwarten dasselbe
von jedem unserer Mitarbeiter und Kontraktoren.
Motiviert durch unser hohes Engagement in Fragen der Sicherheit, der Gesundheit und des Umweltschutzes werden wir
auch weiterhin konsequent das Ziel verfolgen, jeglichen Schaden von unseren Mitarbeitern, unseren Familien, unseren
Auftragnehmern, unseren Kunden, der Öffentlichkeit und der Gesellschaft insgesamt abzuwenden."
Calum MacLean
Vorstandsvorsitzender
Die Hauptziele dieser Verpflichtung sind:
. Wir
handeln entsprechend der Maxime, dass alle Verletzungen, Berufskrankheiten und Unfälle vermeidbar sind.
. Wir
befolgen alle geltenden Gesetze, Vorschriften, Industriechartas und die Verpflichtungen der Responsible Care-Initiative
und ergreifen darüber hinaus auch zusätzliche und für erforderlich gehaltene Maßnahmen.
. Unsere
Engagement in den Bereichen Sicherheit, Gesundheit und Umwelt gewährleistet, dass wir von der Öffentlichkeit
als guter Nachbar wahrgenommen werden.
. Mitarbeiter
und Kontraktoren erhalten eine umfassende Schulung zur Sicherheit am Arbeitsplatz und zur Unfallprävention.
. Management
und Vorgesetzte übernehmen eine aktive und führende Rolle bei der Umsetzung und Ausführung der Leitlinien
und des Verbesserungsplans zu Sicherheit, Gesundheit und Umwelt.
. Mitarbeiter
und Auftragnehmer sind sich ständig der Bedeutung von Sicherheit bewusst und führen ihre Arbeit aus,
ohne sich selbst, ihren Kollegen oder der Umwelt zu schaden.
Über das "INEOS Vinyls Rating System" (ECVRS) werden die Belange von Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei
INEOS Vinyls verwaltet. Bei der Entwicklung dieses umfassenden Managementsystems, das die spezifischen Gefahren und Prioritäten
in den verschiedenen Geschäftsbereichen von INEOS Vinyls abbildet, arbeitete das Unternehmen mit der international
anerkannten Risikomanagementgruppe Det Norske Veritas (DNV) zusammen.
Die INEOS Vinyls-Gruppe konzentrierte sich ab 2001 auf die Anzahl der klassifizierten Verletzungen und solcher Verletzungen,
deren Behandlung länger als drei Tage dauert (so genannte OTD-Verletzungen). Klassifizierte Verletzungen wurde
als Messwert gewählt, weil dies ein klarer Indikator für die Leistung im Bereich Sicherheit ist und auf
spezifischen, messbaren Kriterien beruht, die weniger schwerwiegend als OTD-Verletzungen sind. Bei der Ermittlung
dieses Wertes wurden nicht nur die eigenen Mitarbeiter, sondern auch Kontraktoren berücksichtigt. 2003 erreichte
die INEOS Vinyls-Gruppe einen Wert von 0,28 klassifizierten Verletzungen pro 100.000 Arbeitsstunden, was eine wesentliche
Verbesserung gegenüber 0,5 im Jahr 2002 und 1,0 im Jahr 2001 darstellt. Verbesserungen wurden in allen Geschäftsbereichen
erzielt, wobei der Bereich Compounds allerdings den größten Fortschritt verzeichnen konnte.
Der Kontakt von Betriebspersonal und Kontraktoren mit VCM, EDC und PVC-Staub wird an den Polymerstandorten von
INEOS Vinyls mit Hilfe von strengen Standards kontrolliert und überwacht. Die niedrigen Messergebnisse werden durch
Bereichsüberwachungen weiter belegt und liegen klar unter den europäischen Grenzwerten für die Exposition
am Arbeitsplatz (OELs). Für jeden Bereich wurden spezifische arbeitsmedizinische Ziele gesetzt. Für die
Unternehmensgruppe insgesamt werden von Jahr zu Jahr Verbesserungen erzielt.
Die Konzentration von Stabilisatoren, anderen Zusatzstoffen
und Staub werden in den Produktionsstätten für Chemikalien und Folien streng überwacht. In den vergangenen
vier Jahren wurden die Staubkonzentrationen in allen Produktionsstätten entsprechend dem internen INEOS Vinyls-Standard
von 1,5 mg/m3 eingehalten. Die durchschnittliche Exposition des INEOS Vinyls-Personals und der Kontraktoren belief sich
2004 auf weniger als 1 mg/m3. Dieser Wert entspricht dem höchsten Standard in den Ländern, in denen wir
Produktionsstätten haben.
INEOS Vinyls und ökologisch nachhaltige Entwicklung
Im Rahmen ihres Programms für nachhaltige Entwicklung veröffentlichte die Europäische Kommission
im Jahr 2000 das Grünbuch zu PVC. In diesem Dokument werden die Bereiche für eine ökologisch nachhaltige
Entwicklung erläutert, in denen die PVC-Industrie tätig werden muss. Dies betrifft in erster Linie Additive,
insbesondere cadmium- und bleihaltige Stabilisatoren, sowie die Entsorgungsproblematik, da die PVC-Entsorgung auf
Deponien oder durch thermische Behandlung nicht als optimal und das Recycling als zu begrenzt angesehen werden.
Stabilisatoren auf Cadmiumbasis werden in der PVC-Industrie nicht mehr verwendet. Für den Geschäftsbereich
Compounds hat INEOS Vinyls ein Programm zur Entwicklung von Alternativen zu bleibasierten Stabilisatoren für alle relevanten
Compounds aufgelegt. Das Unternehmen unterstützt alle europäischen PVC-Recyclingprojekte und hat einen
eigenen PVC-Recyclingbetrieb im Compounds-Werk in Frosinone aufgebaut. Keine Organisation ist jedoch in der Lage,
alle wichtigen Herausforderungen an die Umwelterhaltung allein zu bewältigen, da die Probleme nicht nur die
Versorgungskette, sondern auch das Abfallmanagement betreffen. Daher ist ein gewisses Maß an Zusammenarbeit
erforderlich. Diese Prioritäten werden von der PVC-Industrie über die Initiative "Vinyl 2010"
für nachhaltige Entwicklung wahrgenommen, wobei INEOS Vinyls eine führende Position einnimmt. Sämtliche Einzelheiten
zu "Vinyl 2010" finden Sie auf der Vinyl 2010-Website unter www.vinyl2010.com.
Am 3. Juni 2004 veröffentliche DG Enterprise auf der Website der Europäischen Kommission die lang erwartete
Studie zum Entwicklungszyklus von PVC-Produkten und den wichtigsten Wettbewerbsmaterialien. In einer Stellungnahme
erklärte DG Enterprise, dass eine der wichtigsten Schlussfolgerungen aus der Studie sei, dass "aus Sicht
des Entwicklungszyklus' die Materialwahl wichtig sein könnte, aber oft ist dies einfach nur ein Parameter
unter vielen". "Vinyl 2010" veröffentlichte eine Presseerklärung, in der die Studie begrüßt
und die wichtige, positive Schlussfolgerung unterstrichen wird, dass es "keinen Grund gibt, PVC anders als
andere Materialien zu behandeln".
In den ECVM-Chartas zur Herstellung von S-PVC/VCM und E-PVC werden anspruchsvolle Standards in Bezug auf Freisetzung
von Stoffen in Luft und Wasser festgelegt. Die Chartas wurden bereits vor Vinyl 2010 unterzeichnet, die Einhaltung
der Chartastandards wird jedoch im Rahmen der Vinyl 2010-Fortschrittsberichte dokumentiert (Download der Fortschrittsberichte
unter www.vinyl2010.com).
Das erste Audit über die Einhaltung der S-PVC/VCM-Charta im Jahr 1999 ergab bei den geprüften Unternehmen
eine Einhaltungsquote von 98 Prozent, und im letzten Audit (2002) war die Quote an denselben Standorten sogar noch
besser. Die verbleibende Nicht-Einhaltung ist auf ein technisches Problem mit einer Verbrennungsanlage in Porto
Torres zurückzuführen, das 2003 evaluiert und weitere Arbeiten sind 2004 durchgeführt worden.
Die VCM-Anlage in Runcorn war beim ersten Audit der ECVM-Charta nicht berücksichtigt worden, wurde aber beim
Audit 2002 geprüft. Nach umfassenden Renovierungsarbeiten befand sich die Anlage noch in der Optimierungsphase,
und die Rauchgaszusammensetzung der Verbrennungsanlage erfüllte zum Zeitpunkt des Audits noch nicht die Vorgaben
der Charta. Im Laufe des Jahres wurden Verbesserungen durchgeführt, sodass 2004 die Grenzwerte eingehalten
wurden
Die erste Überprüfung auf Einhaltung der E-PVC-Charta-Bestimmungen wird im 1. Quartal 2005 durchgeführt,
die Ergebnisse sollen bis zum Jahresende veröffentlicht werden.
Über die in den ECVM-Chartas verlangten Berichte hinaus hat INEOS Vinyls interne Standards für die Polymer-Geschäftsbereiche
festgelegt, an denen sich das Unternehmen seit dem Börsengang 1994 selbst gemessen hat. Das Ziel von INEOS Vinyls ist
eine kontinuierliche Verbesserung der Leistung, ein sich stetiges Annähern an eine hundertprozentige Verringerung
aller Emissionen bei gleichzeitiger Erfüllung von geltenden Vorschriften und Anforderungen der Branchen-Chartas:
·Verringerung
der VCM-Emissionen in die Luft um 67 Prozent seit 1994
·Verringerung
der EDC-Emissionen in die Luft um 67 Prozent seit 1994
·Verringerung
der Staubemissionen in die Luft um 54 Prozent seit 1994
·Verringerung
der Einleitung von Kupfer in das Wasser um 87 Prozent seit 1994
·Verringerung
der EDC-Einleitung in das Wasser um 85 Prozent seit 1994
·Verringerung
der VCM-Einleitung in das Wasser um 53 Prozent seit 1997 (statt 1994 wird hier 1997 als Bezugsjahr genommen, weil
INEOS Vinyls in diesem Jahr die VCM-Anlage in Runcorn übernahm)
·Verringerung
der Entsorgung von Abfällen in Solekavernen um 100 Prozent seit 1994. Seit 1999 kommt diese Entsorgungsmethode
bei INEOS Vinyls nicht mehr zur Anwendung.
Wir sind überzeugt, dass weitere Reduzierungen nicht nur möglich sind, sondern auch erreicht werden.
Alle bei der Herstellung von VCM anfallenden Flüssigabfälle werden zurzeit verbrannt; die Abfälle
werden nicht mehr in Kavernen entsorgt, und über 50 Prozent der Abfälle werden für das Recycling
von HCl behandelt.
Es gibt keinen branchenspezifischen Standard, der alle von INEOS Vinyls in Berichten erfassten Messwerte abdeckt. Darüber
hinaus wurden die rechtlichen Vorschriften und die Industrie-Chartas auf unterschiedlichen Grundlagen erstellt,
so dass ein Vergleich nicht möglich ist.
Die von INEOS Vinyls ergriffenen Maßnahmen und die erreichten Fortschritte spiegeln die Anstrengungen wider, die INEOS Vinyls
auf dem Weg zu ökologischer Nachhaltigkeit unternimmt. Wir wollen unsere Mess- und Berichtsverfahren weiter
ausbauen, um unseren Fortschritt auch in Bezug auf andere Bereiche ökologischer Nachhaltigkeit genauer verfolgen
zu können. 2004 haben wir insbesondere beschlossen, unsere Vorgehensweise bei der Berichterstattung über
die Energieeffizienzverbesserungen weiterzuentwickeln, verbunden mit einer Darstellung, wie diese sich auf die
Reduktion des Treibhauseffektes auswirken.
INEOS Vinyls bleibt der Einhaltung der Umweltmanagementstandards nach ISO 14001 in all seinen Polymer- und Folienanlagen
in Europa verpflichtet. Im Geschäftsbereich Compounds liegt der Schwerpunkt auf Hygiene und Arbeitssicherheit.
Alle zur Einhaltung der ISO 14001-Standards nötigen Voraussetzungen sind bereits in INEOS VinylsRS integriert. Sämtliche
VCM-, S-PVC- und E-PVC-Anlagen sind jetzt nach ISO14001 zertifiziert, ebenso die Folienproduktionsanlage in Cagliari,
Italien. Es ist geplant, alle übrigen Folienproduktionsanlagen ebenfalls nach ISO14001 zu zertifizieren.
INEOS Vinyls gibt ein vierteljährliches Kundenmagazin
heraus, das die Position der INEOS Vinyls zu umweltpolitischen Themen beinhaltet. Bitte klicken Sie hier, um zum pdf-Dokument
zu gelangen.
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